Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede:  Suchtberatung

 

Suchtberatung

An diesen Stellen erfahren Sie mehr zu folgenden Aspekten:

Organisationsstruktur:

Die anstaltsinterne Suchtberatung betreut suchtmittelabhängige Gefangene, die nicht von einer externen Suchtberatungsstelle betreut werden. Für drogenabhängige, die ihren letzten gewöhnlichen Aufenthaltsort in Bielefeld hatten oder bereits von der Drogenberatungsstelle Bielefeld betreut wurden, ist diese sachlich zuständig.

Die Aufgaben der anstaltsinternen Suchtberatung ergeben sich aus dem gemeinsamen Runderlass der Ministerien für Inneres, Justiz und für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit vom 03.11.1998.

Die Aufgaben der anstaltsinternen Suchtberatung werden von dem im Geschäftsverteilungsplan des Soziadienstes vorgesehenen Sozialarbeiter und den mit der Betreuung der Suchtkranken beauftragten Beamten des allgemeinen Vollzugsdienstes wahrgenommen.

Die Mitarbeiter der anstaltsinternen Suchtberatung wenden die Arbeitsprinzipien an, die für eine helfende Beziehung charakteristisch sind. (Freiwilligkeit, Transparenz des Handelns, Aufbau einer Vertrauensbeziehung u.v.m.)

Im Geschäftsverteilungsplan der Anstalt ist die anstaltsinterne Suchtberatung dem Sozialdienst zugeordnet. Sie steht unter der fachlichen Leitung eines Sozialarbeiters, dieser wird durch einen Bediensteten des allgemeinen Vollzugsdienstes vertreten.

Die Mitarbeiter der anstaltsinternen Suchtberatung treffen sich regelmäßig zu Arbeitsbesprechungen.

Die Mitarbeiter der anstaltsinternen Suchtberatung nehmen regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen und an überregionalen Dienstbesprechungen teil.

Arbeitskonzeption:

Die anstaltsinterne Suchtberatung betreut suchtkranke und suchtgefährdete Straf- und Untersuchungsgefangene, wobei die Betreuung nicht an bestimmte Suchtformen gebunden ist.

Die anstaltsinterne Suchtberatung unterstützt und fördert bestehende Betreuungsverhältnisse zu externen Suchtberatern. Erst wenn der Suchtkranke nicht im externen Suchtkrankenhilfesystem eingebunden ist, wird er durch die anstaltsinterne Suchtberatung betreut.

Der Beginn der Haft ist ein günstiger Zeitpunkt, drogenabhängige Gefangene anzusprechen, Zukunftsperspektiven aufzuzeigen und persönlich, vollzugs- und vollstreckungsrechtlich Weichen zu stellen. 

Ziel der Betreuungsarbeit ist es, drogenabhängigen Gefangenen die auf sie zugeschnittenen Ausstiegshilfen zu gewähren.

Im Vollzug nehmen die Reduzierung der Haft und die Vermittlung in eine externe Suchtmittelentwöhnungsbehandlung einen besonderen Stellenwert bei der Auswahl der Ausstiegshilfen ein. Gerade deshalb sieht die anstaltsinterne Suchtberatung die qualifizierte Therapievorbereitung als ihre Aufgabe an. Von einem Suchtberater können in der Regel 15 Gefangene gleichzeitig in eine externe Therapie vermittelt und auf diese vorbereitet werden.

In der Untersuchungshaft sorgt die anstaltsinterne Suchtberatung für ein bedarfsgerechtes Versorgungs- und Betreuungsangebot. Die Kontaktaufnahme und die Erstberatung des Gefangenen erfolgt zeitnah zum Haftbeginn. Im Erstgespräch zeichnet sich oftmals ab, ob und welche Hilfestellungen gewünscht und angebracht sind.

Die psychosoziale Begleitung im Rahmen einer Substitution gehört, wenn sie während der gesamten Haftzeit andauert oder im Rahmen der Entlassungsvorbereitung beginnt, zum Aufgabenbereich der anstaltsinternen Suchtberatung.

Die anstaltsinterne Suchtberatung arbeitet nach dem Auftrag des § 154 StVollzG eng mit allen an der Betreuung des Gefangenen beteiligten Bediensteten zusammen. Dabei berücksichtigt sie die schutzwürdigen Interessen des Gefangenen .

Aufgabenkatalog

Erfassung der betreuten Gefangenen

  • Stammdatenerfassung

Erstberatung der suchtkranken Gefangenen

  • Erläuterung des Betreuungsangebots
  • bei Bedarf Kontaktaufnahme zur externen Suchtberatungsstelle
  • Anlegen einer Handakte

Kontakt zu Strafverfolgungsbehörden

  • Absenden des Behandlungsplans und Beantragung der Besuchserlaubnis für externe Suchtberater
  • Benachrichtigung der Besuchsaufsicht über bestehende Betreuungsverhältnisse zu externen Suchtberatern

Motivationsarbeit

  • Therapiefördernde Einzel- und Gruppengespräche
  • Beratung und Hilfestellung beim Schriftverkehr mit Behandlungsstätten, Justizbehörden und Kostenträgern
  • Begleitung während der Haftzeit
  • Angehörigenarbeit

Therapievermittlung

  • Kontaktaufnahme zu Behandlungsstätten
  • Ermittlung des Kostenträgers
  • Beantragung der Übernahme der Behandlungskosten
  • bei Bedarf Organisation und Durchführung von Vorstellungsgesprächen in der aufnehmenden Behandlungsstätte
  • Therapiezuführung
  • Therapievorbereitung

Vermittlung von geeigneten männlichen Gefangenen in die Drogenabteilung der JVA Münster

Kooperation mit externen Suchtberatungsstellen

Organisation von Informationsveranstaltungen innerhalb der Anstalt

Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen, Dienstbesprechungen mit Suchtberatern anderer Anstalten und regionalen Arbeitskreisen externer Suchtberatungsstellen

Teilnahme an Gerichtsterminen betreuter Gefangener auf Anforderung durch die Gerichte oder aus Behandlungsgründen

Dokumentation der Tätigkeiten

Krisenintervention

Bei Bedarf Teilnahme an den Vollzugskonferenzen

Psychosoziale Begleitung im Rahmen einer Substitutionsbehandlung


 

Druckvorschau in neuem Fenster öffnen   zum Seitenanfang gehen