Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede:  Geschmückter Garten statt karge Zelle, 06.08.2005

 

Geschmückter Garten statt karge Zelle, 06.08.2005

Geschmückter Garten statt karger Zelle

Frauen im offenen Vollzug der JVA in Senne feierten ihr erstes Sommerfest
NW 06.08.05 . Senne (cv). Es begann mit ei­nem lauschigen Kaffeekränzchen und wurde später ein rauschendes Fest - das jetzt zum ersten Mal gefeierte Sommerfest des offenen Strafvollzugs in der Justizvollzugsanstalt für Frauen in der Außenstelle Senne an der Karl- Triebold -Straße war ein voller Erfolg.

Unter dem Motto "Ein Platz an der Sonne" begrüßte Beate Kolwe, Inhaftierte und Mitorganisatorin des Sommerfestes, die knapp 70 Gäste, zu denen neben den 51 inhaftierten Frauen auch Sponsoren und Förderer der JVA zählten. Dass damit nicht nur Petrus gemeint war, der bis auf einen Schauer am Abend das Fest nicht weiter störte, war den auf die schiefe Bahn geratenen Frauen schnell klar.

"Es ist nicht selbstverständlich, dass wir hier so etwas machen dürfen", sagte Kolwe später. "Es ist schon ein Privileg, wenn man sich den geschlossenen Vollzug dagegen anschaut."

Zusammen mit Daniela Brodel und zwei weiteren Insassinnen hatte Kolwe das Fest geplant.

Dahinter stand die gemeinsame Idee von Inhaftierten und Anstaltsleitung.

So war auch Bereichsleiterin Beatrice Hasenkrug rundum zufrieden mit dem Fest: "Natürlich ist es auch für uns schön, wenn wir wissen, dass die Gefangenen ihre Vorteile zu schätzen wissen. „Das macht die Zusammenarbeit viel leichter."

So wurde dann auch in fröhlicher Atmosphäre bis acht .Uhr abends gefeiert, und neben Kaffee und Kuchen, Bratwurst und Salaten gab es zum Beispiel eine Negerkusswurfmaschine sowie eine satirische Aufführung der ältesten Strafgefangenen, die immerhin schon 84 Jahre alt ist.

Höhepunkt des Festes war gegen 18.30 Uhr der Auftritt der  Bielefelder Band" . . . thought about elfi",  die mehr als eine Stunde lang auf der kleinen Bühne im schön dekorierten Garten der JVA rockten. Das für den Auftritt keine Gage berechnet wurde, war für die Mitglieder der Band nichts ungewöhnliches. „ Wir haben schon oft für karikative Zwecke gespielt “, so Bassist Lars Altenbäumer. „ Und für uns ist einfach nur wichtig, dass wir auftreten können“.

So stand das Konzert schnell unter der Maxime“ Knastfrust rauslassen“, was sich die Frauen auch nicht zweimal sagen ließen.

Zu den von der Band selbst geschriebenen und komponierten Liedern klatschte und tanzte man trotz einsetzendem Regen ausgelassen und ließ neben den Rhythmen der Musik selbst befreiend auf sich wirken – denn diese bestand immerhin aus fünf jungen, knackigen Männern.


 

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