Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede:  >>Thunderbirds<< gaben in der Justizvollzugsanstalt ein kostenloses Konzert, 24.01.1984

 

>>Thunderbirds<< gaben in der Justizvollzugsanstalt ein kostenloses Konzert, 24.01.1984

>>Thunderbirds<< gaben in der Justizvollzugsanstalt ein kostenloses Konzert

Beim zweiten Anlauf gute Stimmung

Seit 22 Jahren sind die Bielefelder >>Thunderbirds<< im Geschäft. Sie bieten Rock`n Roll und Beat der 50-er und 60-er Jahre. So auch jetzt in der Brackweder Justizvollzugsanstalt - kostenlos. Die Musiker Ralf Schuppner(Leadgesang) Jürgen Ringels(Gitarre) Harald Voss (Schlagzeug) Günther Ennen (Gitarre) und Klaus Scharffenorth (Piano). Den Inhaftierten gefiel das einstündige Konzert.

Als Jonny Cash im amerikanischen Zuchthaus St. Quentin ein Konzert gab, waren die Inhaftierten dort völlig hingerissen. Ähnliches bahnte sich jetzt bei einem Konzert der Bielefelder Gruppe

>>Thunderbirds<< in der Justizvollzugsanstalt Brackwede Ummeln an. Am Sonntag gaben die fünf Musiker, seit 22 Jahren im Geschäft, zwei jeweils einstündige Konzerte.

>Die Stimmung war anfangs nicht ganz so euphorisch<, wie ein Bandmitglied meinte. Doch beim zweiten Auftritt gelang es, die Inhaftierten mitzureißen. Rock`n Roll und Beat der 50-er und 60-er Jahre wurde geboten, von der Qualität der Darbietung sehr gut, unterstützt von den heutzutage üblichen Scheinwerfer-Spielen.

Wie bei dem eingangs erwähnten Jonny Cash, so traten die Thunderbirds in der JVA ohne Gage auf. Unter anderem auch wegen der in der Anstalt gemachten guten Erfahrungen: 1979 gastierten sie schon einmal dort. Unentgeldlich hatten auch einige Beamte ihren Dienst versehen -

 >> denn Überstunden dürfen keine gemacht werden <<, betonte ein Beamter.

Die Bielefelder Thunderbirds haben - wie bereits berichtet - bei einem Gesangswettbewerb des Bertelsmann-Verlages im vergangenen Jahr den ersten Platz errungen. Gestärkt durch diesen Erfolg ist die Gruppe demnächst auf einer kleinen Tournee. Berlin soll eine der Stationen sein. Bielefeld indes will man treu bleiben. Zumindest interessieren sich die fünf Musiker für einen Auftritt beim Leinewebermarkt.

Mit Akribie hatte ein Inhaftierter 14 Plakate als Ankündigung für das Konzert gemalt.

 Westfalen Blatt  am  24.01.1984


 

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