Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede:  Zuständigkeit im Frauengefängnis wechselt, 27.09.2006

 

Zuständigkeit im Frauengefängnis wechselt, 27.09.2006

Zuständigkeit für Frauengefängnis wechselt, Justizministerin legt offenen Vollzug von Brackwede I nach II / Gewerkschaft um Resozialisierung besorgt.

Von Marc Heckert (NW 27.09.2006)

Brackwede. Die Gewerkschaft schlug noch die Alarmglocken, doch da war die Entscheidung bereits gefallen. Die Zuständigkeit für den offenen Strafvollzug für Frauen in Bielefeld geht von der Justizvollzugsanstalt (JVA) Brackwede I an Brackwede II über. Genau davor hatten die Vertreter vom Bund der Strafvollzugsbediensteten gestern Mittag noch gewarnt.

Klaus Frese, Vorsitzender des Ortsverbandes Brackwede I (die Gewerkschaft ist nach Anstalten organisiert), und sein Stellvertreter Peter Buschmeier hatten für einen Verbleib des Vollzugs bei Brackwede I plädiert. Sie reagierten damit auf einen Artikel der NW vom 21. September.

„Wozu die Aufregung?“, mag sich mancher fragen. Schließlich geht es nur darum, dass die 50 weiblichen Strafgefangenen, die derzeit im offenen Vollzug der Anstalt I in der Außenstelle Senne sitzen, künftig in ehemaligen Dienstwohnungen auf dem Gelände von Brackwede II untergebracht werden sollen.

Ob sie damit auch in den Zuständigkeitsbereich der Anstalt II wechseln, darüber waren die beiden Leiter Robert Dammann (Brackwede I) und Uwe Nelle-Cornelsen (Brackwede II) uneinig. Frese und Buschmeier machten sich gestern noch dafür stark, den geschlossenen Frauen-Vollzug weiterhin gemeinsam durch eine Anstalt betreuen zu lassen.

Es sei zum Nachteil der Gefangenen, wenn beim Wechsel vom geschlossenen Vollzug in den offenen Vollzug -  und, bei Regelverstößen, auch wieder zurück – zugleich auch jedes Mal neues Anstaltspersonal zuständig werde. „Es ist wichtig, dass die Vollzugsbeamten die Gefangenen kennen“, sagte Peter Buschmeier und zitierte – pikanterweise – Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter, wonach es ideal sei, wenn beide Vollzugsformen aus einer Hand kämen. Sonst werde der Übergang erschwert, warnte Frese: „Darunter würde letztlich die Resozialisierung der Gefangenen leiden.“

Die Ministerin hatte ihre Entscheidung für Brackwede II zu dieser Zeit bereits getroffen, wenn sie auch noch nicht verkündet war. „Wir glauben nicht, dass das negative Auswirkungen auf die Gefangenen haben wird“, sagt Ralph Neubauer. Er sei sicher, dass die Anstaltsleitungen den nötigen Kontakt „geregelt bekommen“. Im Zweifel genüge schließlich ein Anruf.


 

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