Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede:  Online-Shop, Web-Shopping bei den schweren Jungs, 00.04.2005

 

Online-Shop, Web-Shopping bei den schweren Jungs, 00.04.2005

Online-Shop Web-Shopping bei den schweren Jungs, Elfen hinter Gittern

(dpa) - 1&1 news-online . Die weiße Ton-Elfe schaut ein wenig traurig, noch ist sie im Gefängnis. Wer sie "befreien" will, muss 7,50 Euro zahlen. Die Elfe ist eines von vielen Produkten, das von den 18 000 Gefangenen in den nordrhein-westfälischen Gefängnissen hergestellt wird.

Für den Weg der Waren nach draußen entdeckt der Strafvollzug nun das Internet. Nach Vorbildern in Berlin, Sachsen und Niedersachsen hat seit einigen Tagen auch in NRW der erste Internet- Shop mit Gefängnis-Produkten rund um die Uhr geöffnet. "JVA-Shop" nennt sich das Web-Portal des Justizvollzuges. Mit einem Mausklick kann man unter der Adresse "www.jva-shop.nrw.de" ordern, was hinter Gittern hergestellt wird: Neben kitschigen Dekorations-Artikeln für ein paar Euro sind das auch Stühle, Schreibtische oder Kohlegrills. "Wir erschließen uns derzeit neue Märkte", sagt Frank Blumenkamp, Sprecher des Justizvollzugsamtes in Wuppertal.

Bisher hätten die Gefangenen in NRW vor allem "auf Zuruf" produziert. "Also eher im kleinen Stil für das Umfeld der JVA." Einmal im Jahr gebe es meist einen Basar im Gefängnis, hin und wieder sei man auf Weihnachtsmärkten zu Gast gewesen. Einziger Großkunde der Haftanstalten war bisher der öffentliche Dienst, den die Gefangenen mit Büromöbeln eindecken. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Land mit Produkten aus dem Knast dennoch immerhin einen Umsatz von 15 Millionen Euro.

Der JVA-Shop soll nun neue Kunden für die Arbeit der Häftlinge gewinnen und somit Jobs im Knast sichern. Nach dem Gesetz ist die Justiz verpflichtet, ihre 18 000 Gefangenen in NRW mit Arbeit zu versorgen. "Das klappt nicht immer. Manchmal haben wir Leerlauf", sagt Roland Müller, der die Arbeit in einem Bielefelder Gefängnis organisiert. Dort werden die meisten Produkte für den JVA-Shop "www.jva-bielefeld-brackwede1-shop.nrw.de" produziert.

Marktchancen im harten Online-Business rechnet sich Müller für den in Bielefeld produzierten Holzkohlegrill aus - der war bereits ohne Internet-Vertrieb der Renner unter den Knast-Artikeln. "Die produzieren wir im Winter auf Lager", sagt Müller. Rund 250 Stück fertigt die Häftlings-Schlosserei jedes Jahr. Sie werden zu je 110 und 133 Euro verkauft

Knackies aus NRW bieten Ihre Produkte im Online-Shop an

Nachdem es in Berlin, Sachsen und Niedersachsen Online-Shops für Produkte gibt, die von Gefängnis-Insassen hergestellt werden, kann man nun auch in Nordrhein-Westfalen auf Shopping-Tour via Internet gehen. Seit einigen Tagen hat nämlich auch in NRW der erste Internet-Shop "www.jva-shop.nrw.de" mit Gefängnis-Produkten rund um die Uhr geöffnet. Herausgeber und verantwortlich zeigt sich "Der Präsident des Landesjustizvollzugsamtes Nordrhein-Westfalen". Im Shop finden sich Produkte wie Stühle, Schreibtische, Kohlegrills oder auch Dekorations-Artikel für wenige Euro, die von Gefängnis-Insassen hergestellt werden. In den nordrhein-westfälischen Gefängnissen befinden sich insgesamt etwa 18.000 Gefangene. "Wir erschließen uns derzeit neue Märkte", sagt Frank Blumenkamp, Sprecher des Justizvollzugsamtes in Wuppertal. "Bisher haben die Gefangenen in NRW vor allem -auf Zuruf- produziert und zumeist im kleinen Stil für das Umfeld der JVA gearbeitet. Einziger Großkunde der Haftanstalten war bisher der öffentliche Dienst, den die Gefangenen mit Büromöbeln beliefern", hieß es weiter. Der JVA-Shop soll nun neue Kunden für die Arbeit der Häftlinge gewinnen und somit nicht nur die Wirtschaftlichkeit erhöhen, sondern auch Jobs im Knast sichern. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Land Nordrhein-Westfalen mit Produkten aus dem Knast immerhin einen Umsatz von 15 Millionen Euro. Die meisten Shop-Produkte werden derzeit in der JVA Bielefeld produziert. "Renner" unter den Knast-Artikeln ist derzeit ein Holzkohlegrill für 110,00 bzw. 133,00 Euro. Hier rechnen sich die Betreiber auch durchaus Marktchancen aus www.jva-bielefeld-brackwede1-shop.nrw.de.

Mit der Logistik und Kundenfreundlichkeit gibt es derzeit allerdings noch "kleinere" Probleme. So lesen sich die Geschäftsbedingungen eher noch wie Weisungen an Gefängnis-Insassen. Hier heißt es beispielsweise:

4. PreisUnsere Preise sind freibleibend. Zwischen Vertragsabschluss und Lieferung eintretende Erhöhungen der Löhne, Materialpreise, Frachten, Steuern, Zölle, Abgaben und sonstiger Lasten oder das Inkrafttreten neuer solcher Belastungen berechtigen uns, soweit dies gesetzlich zulässig ist, zu einer angemessenen Preiserhöhung. Für die Berechnung ist die von uns festgelegte Stückzahl maßgebend. 5. Lieferung und Abnahme . ... Eine Verpflichtung zur Einhaltung vereinbarter Lieferfristen kann nur unter der Voraussetzung einer ungestörten Fabrikation übernommen werden. In Fällen höherer Gewalt, behördlicher Maßnahmen, Mangel an Roh- und Hilfsstoffen zur Zeit der Herstellung und anderen unvorhersehbaren Umständen bei uns und unseren Lieferanten sind wir berechtigt, die Lieferverbindlichkeiten ganz oder teilweise aufzuheben. Der Kunde wird in den genannten Fällen über die fehlende Liefermöglichkeit unterrichtet. Die Nichteinhaltung bestätigter Lieferfristen, aus den vorgenannten Gründen, berechtigt nicht zur Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen oder Stornierung des Auftrages. ... 7. Gewährleistung Bei berechtigten Beanstandungen sind wir nach unserer Wahl zur Nachbesserung oder zur Ersatzlieferung verpflichtet. Weitere Ansprüche wie Wandlung, Minderung und Schadenersatz sind ausgeschlossen. Davon unberührt bleibt das Recht des Käufers bei Fehlschlagen der Nachbesserung oder Ersatzlieferung, die Herabsetzung der Vergütung oder nach seiner Wahl die Rückgängigmachung des Vertrages zu verlangen. Bemängelte Teile sind auf Verlangen frachtfrei zurückzugeben. Die Behebung von Mängeln durch den Käufer darf nur mit unserem schriftlichen Einverständnis erfolgen. Für, ohne unser Einverständnis vorgenommene Instandsetzungsarbeiten, wird jegliche Haftung ausgeschlossen. Die Gewährleistung erstreckt sich nicht auf Verschleißteile oder Teile, die infolge ihrer stofflichen Beschaffenheit einem nach Art ihrer Verwendung vorzeitigen Verbrauch unterliegen. Gewährleistungsansprüche stehen nur dem unmittelbaren Käufer zu und sind nicht übertragbar. Internetpublikation vom 15.04.2005 at-mix.de

Online-Shopping bei der JVA

03.04.05 Focus Online - Gefängnis-Produkte

Seit einigen Tagen hat Nordrhein-Westfalen den ersten Online-Shop für Produkte, die Gefangene hinter Gittern hergestellt haben

Der Weg in die Freiheit führt über das Internet – das gilt zumindest für die Produkte, die rund 18000 Gefangenen in den nordrhein-westfälischen Gefängnissen herstellen. Nach Vorbildern in Berlin, Sachsen und Niedersachsen hat seit einigen Tagen auch in NRW der erste Internet-Shop mit Gefängnis-Produkten rund um die Uhr geöffnet. Mit einem Mausklick kann man im „JVA-Shop“ ordern, was Gefangene produzieren, zum Beispiel Dekorations-Artikel, Stühle, Schreibtische oder Kohlegrills. „Wir erschließen uns derzeit neue Märkte“, sagt Frank Blumenkamp, Sprecher des Justizvollzugsamtes in Wuppertal. Bisher hätten die Gefangenen in NRW vor allem „auf Zuruf“ produziert: „Also eher im kleinen Stil für das Umfeld der JVA.“ Einmal im Jahr gebe es meist einen Basar im Gefängnis, hin und wieder sei man auf Weihnachtsmärkten zu Gast gewesen. Einziger Großkunde der Haftanstalten war bisher der öffentliche Dienst, den die Gefangenen mit Büromöbeln eindecken. 2004 erwirtschaftete das Land mit Produkten aus dem Knast einen Umsatz von 15 Millionen Euro. Der JVA-Shop soll nun neue Kunden für die Arbeit der Häftlinge gewinnen und somit Jobs im Knast sichern. Nach dem Gesetz ist die Justiz verpflichtet, ihre Häftlinge mit Arbeit zu versorgen. „Das klappt nicht immer. Manchmal haben wir Leerlauf“, sagt Roland Müller, der die Arbeit in einem Bielefelder Gefängnis organisiert. Dort werden die meisten Produkte für den JVA-Shop produziert.


 

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